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Showing posts from October, 2025

30 Sonntag: c lk 18, 9-14

25/26OCT:Predigt 30 Sonntag: c Liebe Schwestern und Brüdern, das heutige Evangelium erzählt uns von zwei Männern, die beten. Zwei Menschen, die in den Tempel gehen –also in das Haus Gottes, so wie wir heute hier zusammengekommen sind. Der eine ist ein Pharisäer – ein frommer Mann, ein religiöser Eiferer, einer, der sich Mühe gibt, Gottes Gebote zu halten. Der andere ist ein Zöllner –einer, der von den Leuten verachtet wird, weil er Geld eintreibt, oft zu viel, und sich bereichert hat an den Schwachen. Zwei Menschen also, zwei Lebensgeschichten, zwei Gebete. Das Gebet des Pharisäers Der Pharisäer steht aufrecht da. Er betet: „Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die anderen Leute – nicht wie Räuber, Ungerechte, Ehebrecher – oder auch wie dieser Zöllner da.“ Er zählt auf, was er alles tut: Er fastet, er spendet, er erfüllt die religiösen Pflichten. Er sagt nichts Falsches –aber er betet nicht wirklich zu Gott. Er redet über sich. Sein Herz ist stolz geworden. Er g...

Lk18,1-8 C

Lk18,1-8 Liebe Schwestern und Brüder, Ein kleiner Junge fragte einmal seine Mutter:„Warum beten wir jeden Abend um dasselbe? Weiß Gott nicht schon, was wir brauchen?“ Die Mutter lächelte und sagte:„Ja, aber beim Beten geht es nicht darum, Gott daran zu erinnern – sondern uns selbst daran zu erinnern, ihm zu vertrauen.“ Heute hören wir das Gleichnis von der bittenden Witwe und dem Richter. Eine kurze Geschichte – und doch zeigt sie uns viel darüber, wie die Welt zur Zeit Jesu war, und noch mehr darüber, wer Gott ist. 1. Die Welt Jesu Zur Zeit Jesu lebte Israel unter römischer Besatzung. Es gab Reiche mit Einfluss – und viele Arme, die ums tägliche Brot kämpften. Besonders hart traf es die Witwen: keine Familie, kein Einkommen, keine Stimme. Obwohl das Gesetz sagte: „Schützt die Witwen und Waisen!“ (Dtn 10,18), wurden sie oft übersehen. In dieser Welt erzählt Jesus von einer Witwe, die keine Angst hat, aufzustehen und zu sagen: „Verschaff mir Recht!“ 2. Mut in Schwäche ...

LUkas 11:5-13 „Lass mich nicht beten,

  8102025 Liebe Schwestern und Brüder, Jesus sagt uns heute: „ Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.“ Er lädt uns ein, mit Vertrauen zu beten – nicht aus Angst, sondern aus Glauben. Ich möchte ein schönes Gebet von Rabindranath Tagore mit euch teilen, das dies wunderbar ausdrückt: „Lass mich nicht beten, behütet zu sein vor Gefahren, sondern sie furchtlos zu bestehen. Lass mich nicht beten um Stillung meines Schmerzes, sondern um das Herz, das ihn besiegt.“ Laß mich nicht ausschauen nach Bundesgenossen auf dem Schlachtfeld des Lebens, sondern vertrauen auf eigene Kraft. Laß mich nicht in banger Furcht um Rettung flehen, sondern um Ausdauer im Ringen um die Freiheit. Laß nicht zu, daß ich ein Feigling sei, der nur im Erfolg deine Gnade fühlt. sondern laß mich auch in meinem Mislingen das Walten deiner Hand erkennen" (Rabindranath Tagore). So dürfen wir zu Gott kommen – nicht nur mit unseren Bitten um Erl...

26Sonntag, C 28Sept.2025

  26Sonntag,28Sept.2025 Liebe Schwestern und Brüder, das heutige Evangelium stellt uns eine Geschichte vor Augen, die scharf, klar und unbequem ist. Jesus erzählt vom reichen Mann, der in Wohlstand lebt, und vom armen Lazarus, der krank und hungrig vor seiner Tür liegt. Zwei Menschen, so nah beieinander – und doch Welten voneinander getrennt. Der Reiche sieht Lazarus jeden Tag, und doch tut er nichts. Hier liegt der Kern der Schuld, wie es auch William Barclay in seinem Kommentar betont: Der Reiche wird nicht verurteilt, weil er reich ist, sondern weil er nie hingesehen hat . Er hat sich so sehr an Lazarus’ Elend gewöhnt, dass er ihn gar nicht mehr wahrgenommen hat. Lazarus wurde für ihn Teil der Landschaft – jemand, der einfach „dazu gehört“, ohne dass man sich verantwortlich fühlt. Liebe Schwestern und Brüder, darin liegt eine tiefe Warnung: Die größte Gefahr für unser Herz ist nicht die offene Bosheit, sondern die Gleichgültigkeit. Die Sünde des reichen Mannes war das N...

Aug31 22 Sontag C Lk 14,1.7–14

  Predigt zu Lk 14,1.7–14 Liebe Schwestern und Brüder, kennen Sie das noch von früher, wenn man zu einer großen Hochzeit eingeladen war? Da gab es eine lange Tafel, und die Sitzordnung war genau geregelt. „Hier sitzen die Eltern, dort die Onkel und Tanten, vorne die Ehrengäste.“ – Und wehe, jemand hat sich aus Versehen auf einen Platz gesetzt, der nicht für ihn gedacht war! Das konnte schnell peinlich werden. Oder denken Sie an das Pfarrfest: Manche sitzen am liebsten ganz vorne, nahe bei der Kuchentheke – andere lieber hinten, da hat man seine Ruhe und kann alles beobachten. Genau so eine Szene spielt heute im Evangelium. Jesus ist bei einem vornehmen Pharisäer eingeladen. Er beobachtet, wie die Gäste sich um die besten Plätze bemühen. Alle wollen möglichst nah beim Gastgeber sitzen – denn das war ein Zeichen von Ehre und Ansehen. Und da sagt Jesus: „Setz dich lieber nach hinten. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht.“ ...

21. Sonntag C im Jahreskreis (Lk 13,22–30)

  Predigt zum 21. Sonntag im Jahreskreis (Lk 13,22–30) Liebe Schwestern und Brüder, liebe Kinder, Jesus ist heute auf dem Weg nach Jerusalem. Er weiß, dass dort sein schwerster Weg wartet – Kreuz und Tod – aber auch die Auferstehung. Und unterwegs fragt ihn jemand: „Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?“ Eine interessante Frage, nicht wahr? Sie beschäftigt auch uns: Wer kommt zu Gott? Wer darf einmal in den Himmel? Wir denken vielleicht: Nur die Guten? Nur die Frommen? Oder nur die, die ganz viel beten? Doch Jesus antwortet nicht mit einer Zahl. Er sagt nicht „Viele“ oder „Wenige“. Er sagt etwas ganz anderes: „Bemüht euch, durch die enge Tür zu gehen.“ 1. Die enge Tür Was meint Jesus damit? Eine enge Tür bedeutet: Man kann nicht alles mitschleppen. Wer schon einmal mit einem großen Rucksack durch eine schmale Tür wollte, weiß: Da muss man etwas ablegen. Bei Gott ist es genauso: Wir können nicht alles mitnehmen. Nicht unseren Stolz. Nicht unsere Selbstsucht...

20 Sonntag C. Lukas 12,49–53

  17Aug 2025 Predigt zu Lukas 12,49–53 20 Sonntag Nach der Messe sagt ein Mann zu seiner Frau: „Hast du gehört? Jesus selbst hat gesagt: Schwiegertochter gegen Schwiegermutter! Dann ist unser Familienkrach wohl sogar biblisch!“ Die Frau schaut ihn an und meint trocken: „Nein, Schatz – biblisch ist nicht der Krach. Biblisch ist, dass du dich endlich ändern sollst!“   * Und genau darum geht es im Evangelium: Es ruft uns nicht dazu auf, gegeneinander zu sein oder Feuer des Streits zu entzünden, sondern das Feuer der Liebe Christi in unserem Leben zu entfachen – und uns in dieser Liebe immer wieder verändern zu lassen. Liebe Schwestern und Brüder, das heutige Evangelium klingt wie ein Donnerhall: „Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden zu bringen? Nein, sondern Spaltung!“ Wie passt das zu dem Jesus, den wir aus Jesaja 9,5 als „Fürst des Friedens“ kennen? Um das zu verstehen, müssen wir tiefer gehen – in die Sprache, die Kultur und den Glaubenshorizont Israels. 2. Das Fe...

ErnteDank

  5102025 Liebe Schwestern und Brüder, (wir haben uns heute versammelt, um Erntedank zu feiern. Schon der Name sagt es: Wir wollen danken. Danken für das, was uns geschenkt ist – für die Früchte des Feldes, für das tägliche Brot, für die Arbeit unserer Hände und für alles, was unser Leben trägt.) Wenn Altar nicht geschmückt ist) heute ist Erntedank. Unser Altar ist geschmückt mit Früchten, Gemüse, Brot, vielleicht sogar Weintrauben oder Kürbissen. Alles Zeichen der Fülle, die Gott uns schenkt. Und wir sind hier, um dafür zu danken. Die Tradition des Erntekranzes oder der Erntekrone symbolisiert: Alles hängt zusammen – Mensch, Natur und Gott. In der Bibel lesen wir im Buch Deuteronomium : "Und wenn du gegessen hast und satt bist, so sollst du den HERRN, deinen Gott, loben für das gute Land, das er dir gegeben hat." (Dtn 8,10) Der Psalm 104 malt ein Bild der Schöpfung, das uns staunen lässt: „Du lässt Gras wachsen für das Vieh und Pflanzen für den Menschen, damit...

28 Sonntag C Lukas 17,11–19

Liebe Schwestern und Brüder, das Evangelium, das wir heute hören, erzählt von zehn Aussätzigen, die Jesus begegnen. Es ist eine Geschichte von Heilung – aber noch mehr: eine Geschichte von Glaube, Dankbarkeit und Begegnung mit Gott. 1. Die Not der Aussätzigen Aussatz war damals eine furchtbare Krankheit – unheilbar, entstellend, ansteckend. Doch noch schlimmer als die Krankheit war das, was sie mit den Menschen machte. Wer aussätzig war, wurde ausgeschlossen – getrennt von Familie, Freunden, vom Gottesdienst. Er musste rufen: „ Unrein, unrein! “ , wenn jemand ihm zu nahe kam. So lebten sie draußen – einsam, beschämt, vergessen. Nur eine Hoffnung blieb: dass Gott sich einmal erbarmen möge. 2. Das Gebet der Zehn Auf dem Weg nach Jerusalem begegnen zehn solcher Männer Jesus. Von ferne rufen sie mit lauter Stimme: „Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!“ Ein schlichtes, aber tiefes Gebet. Kein großes Reden, kein Verhandeln – nur ein Ruf aus dem Herzen. Und Jesus hört sie. Er ...