Aug31 22 Sontag C Lk 14,1.7–14

 

Predigt zu Lk 14,1.7–14

Liebe Schwestern und Brüder,

kennen Sie das noch von früher, wenn man zu einer großen Hochzeit eingeladen war? Da gab es eine lange Tafel, und die Sitzordnung war genau geregelt. „Hier sitzen die Eltern, dort die Onkel und Tanten, vorne die Ehrengäste.“ – Und wehe, jemand hat sich aus Versehen auf einen Platz gesetzt, der nicht für ihn gedacht war! Das konnte schnell peinlich werden.

Oder denken Sie an das Pfarrfest: Manche sitzen am liebsten ganz vorne, nahe bei der Kuchentheke – andere lieber hinten, da hat man seine Ruhe und kann alles beobachten.

Genau so eine Szene spielt heute im Evangelium. Jesus ist bei einem vornehmen Pharisäer eingeladen. Er beobachtet, wie die Gäste sich um die besten Plätze bemühen. Alle wollen möglichst nah beim Gastgeber sitzen – denn das war ein Zeichen von Ehre und Ansehen.

Und da sagt Jesus: „Setz dich lieber nach hinten. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht.“

Das klingt erstmal wie ein guter Tipp, um nicht in Verlegenheit zu geraten. Aber Jesus meint viel mehr: Er sagt uns, dass Gott ganz anders denkt als wir Menschen. Bei uns zählt oft, wer vorne sitzt, wer Ansehen hat, wer im Mittelpunkt steht. Bei Gott zählt: Wer Raum macht, wer dienen kann, wer mit offenem Herzen da ist.

Und dann geht Jesus noch einen Schritt weiter. Er spricht den Gastgeber selbst an: „Wenn du ein Fest gibst, lade nicht nur deine Freunde, Verwandten und Nachbarn ein – die laden dich ja sowieso wieder ein. Lade die ein, die nichts zurückgeben können: Arme, Kranke, Lahme, Blinde.“

Liebe Schwestern und Brüder, das war damals eine kleine Revolution. Denn Einladungen waren ein Geschäft: Ich lade dich ein – du schuldest mir etwas. Man baute Netzwerke von Gegenseitigkeit auf. Aber wer arm war, wer nichts hatte, der blieb außen vor.

Jesus sprengt diese Logik. Er sagt: Wahre Liebe rechnet nicht. Wahre Liebe schenkt, ohne etwas zu erwarten. So handelt Gott.

Und ich glaube, gerade wir heute verstehen das gut. Denn im Alter merkt man: „Ich kann nicht mehr alles zurückgeben. Ich kann nicht mehr alles leisten, was ich früher konnte.“ Aber Gott sagt: Das macht nichts. In meinen Augen bist du wertvoll – einfach, weil du mein Kind bist.

Und wir merken: Dieses Evangelium können wir gerade im Alter besonders gut leben.

·        Wir wissen, wie wichtig es ist, Platz zu machen – sei es für Jüngere in der Familie oder in der Gemeinde.

·        Wir wissen, dass das Wertvollste oft nicht Geld oder Leistung ist, sondern Zeit, Zuhören, ein gutes Wort.

·        Und wir wissen, wie sehr ein Besuch, ein Anruf oder ein kleines Zeichen der Nähe Menschen froh macht, die sonst niemanden haben.

Vielleicht kennen Sie das auch: Wenn man jemandem im Krankenhaus oder im Heim besucht, dann heißt es am Ende: „Danke, dass Sie da waren.“ – und man denkt sich: „Ich habe doch gar nicht viel gemacht, nur zugehört.“ Aber genau das ist es, was Jesus meint: schenken, ohne zu rechnen.

Liebe Gemeinde, Jesus selbst hat es vorgemacht. Er, der Sohn Gottes, hat nicht den höchsten Platz beansprucht. Er hat sich auf den letzten Platz gesetzt – bis hin zum Kreuz. Und dort, wo er scheinbar ganz unten war, hat Gott ihn erhöht.

Darum dürfen auch wir hoffen: Wenn wir bereit sind, uns hinten hinzusetzen, wenn wir geben, ohne zu rechnen, dann sind wir bei Jesus ganz nah. Und er selbst wird uns einmal den besten Platz geben – an seinem Tisch, im Himmelreich.

Amen.

 

 

22Sontag31Aug

P: Vertrauend auf den Gott, der uns Wege zum Leben führt, wenden wir uns in unseren Anliegen und Bitten an ihn.

1.     Für die Kirche:
Dass sie in Demut und Gastfreundschaft ein Ort der Begegnung und des Friedens für alle Menschen wird.
Wir bitten dich, erhöre uns.

2.     Für die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft:
Dass sie sich nicht von Macht und Ansehen leiten lassen, sondern im Dienst am Gemeinwohl handeln.
Wir bitten dich, erhöre uns.

3.     Für die Armen, Kranken und Ausgegrenzten:
Dass sie in ihrer Not Unterstützung und Würde erfahren und nicht übersehen werden.
Wir bitten dich, erhöre uns.

4.     Für unsere Gemeinschaft:
Dass wir einander in Liebe und Respekt begegnen und die Schwachen unter uns besonders achten.
Wir bitten dich, erhöre uns.

5.     Für die Verstorbenen:
Dass sie in deinem Reich Aufnahme finden und in Frieden ruhen.
Wir bitten dich, erhöre uns.

P: Herr, du bist unterwegs zu uns. Niemand ist dir fern oder fremd. Führe uns Wege des Friedens und lass sie uns vertrauensvoll gehen mit Christus, unserem Herrn. Amen.

 

 

 

 

 

22Sontag31Aug

P: Vertrauend auf den Gott, der uns Wege zum Leben führt, wenden wir uns in unseren Anliegen und Bitten an ihn.

1.     Für die Kirche:
Dass sie in Demut und Gastfreundschaft ein Ort der Begegnung und des Friedens für alle Menschen wird.
Wir bitten dich, erhöre uns.

2.     Für die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft:
Dass sie sich nicht von Macht und Ansehen leiten lassen, sondern im Dienst am Gemeinwohl handeln.
Wir bitten dich, erhöre uns.

3.     Für die Armen, Kranken und Ausgegrenzten:
Dass sie in ihrer Not Unterstützung und Würde erfahren und nicht übersehen werden.
Wir bitten dich, erhöre uns.

4.     Für unsere Gemeinschaft:
Dass wir einander in Liebe und Respekt begegnen und die Schwachen unter uns besonders achten.
Wir bitten dich, erhöre uns.

5.     Für die Verstorbenen:
Dass sie in deinem Reich Aufnahme finden und in Frieden ruhen.
Wir bitten dich, erhöre uns.

P: Herr, du bist unterwegs zu uns. Niemand ist dir fern oder fremd. Führe uns Wege des Friedens und lass sie uns vertrauensvoll gehen mit Christus, unserem Herrn. Amen.

 

 

 


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