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2026: 6 Sonntag. A.15 Feb. Matthä, 5, 17-37

 Liebe Schwestern und Brüder, im heutigen Evangelium ruft Jesus uns zu einem Glauben auf, der nicht an der Oberfläche bleibt. Er lädt uns ein, Gottes Gebote nicht nur zu erfüllen, sondern sie aus einem liebenden Herzen heraus zu leben. Gott lädt uns ein, ehrlich auf unser Leben zu schauen und uns von ihm erneuern zu lassen. Schuldbekenntnis: So wollen wir vor Gott treten und unsere Schuld bekennen. Herr Jesus Christus, du zeigst uns den Weg zum Leben. Herr, erbarme dich. Du rufst uns zu einem Leben aus Liebe und Versöhnung. Christus, erbarme dich. Du stärkst uns, wenn wir neu beginnen wollen. Herr, erbarme dich. Schuldbekenntnis (Confiteor):   1 Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe. Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld. Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen und euch...

30 Sonntag: c lk 18, 9-14

25/26OCT:Predigt 30 Sonntag: c Liebe Schwestern und Brüdern, das heutige Evangelium erzählt uns von zwei Männern, die beten. Zwei Menschen, die in den Tempel gehen –also in das Haus Gottes, so wie wir heute hier zusammengekommen sind. Der eine ist ein Pharisäer – ein frommer Mann, ein religiöser Eiferer, einer, der sich Mühe gibt, Gottes Gebote zu halten. Der andere ist ein Zöllner –einer, der von den Leuten verachtet wird, weil er Geld eintreibt, oft zu viel, und sich bereichert hat an den Schwachen. Zwei Menschen also, zwei Lebensgeschichten, zwei Gebete. Das Gebet des Pharisäers Der Pharisäer steht aufrecht da. Er betet: „Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die anderen Leute – nicht wie Räuber, Ungerechte, Ehebrecher – oder auch wie dieser Zöllner da.“ Er zählt auf, was er alles tut: Er fastet, er spendet, er erfüllt die religiösen Pflichten. Er sagt nichts Falsches –aber er betet nicht wirklich zu Gott. Er redet über sich. Sein Herz ist stolz geworden. Er g...

Lk18,1-8 C

Lk18,1-8 Liebe Schwestern und Brüder, Ein kleiner Junge fragte einmal seine Mutter:„Warum beten wir jeden Abend um dasselbe? Weiß Gott nicht schon, was wir brauchen?“ Die Mutter lächelte und sagte:„Ja, aber beim Beten geht es nicht darum, Gott daran zu erinnern – sondern uns selbst daran zu erinnern, ihm zu vertrauen.“ Heute hören wir das Gleichnis von der bittenden Witwe und dem Richter. Eine kurze Geschichte – und doch zeigt sie uns viel darüber, wie die Welt zur Zeit Jesu war, und noch mehr darüber, wer Gott ist. 1. Die Welt Jesu Zur Zeit Jesu lebte Israel unter römischer Besatzung. Es gab Reiche mit Einfluss – und viele Arme, die ums tägliche Brot kämpften. Besonders hart traf es die Witwen: keine Familie, kein Einkommen, keine Stimme. Obwohl das Gesetz sagte: „Schützt die Witwen und Waisen!“ (Dtn 10,18), wurden sie oft übersehen. In dieser Welt erzählt Jesus von einer Witwe, die keine Angst hat, aufzustehen und zu sagen: „Verschaff mir Recht!“ 2. Mut in Schwäche ...

LUkas 11:5-13 „Lass mich nicht beten,

  8102025 Liebe Schwestern und Brüder, Jesus sagt uns heute: „ Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.“ Er lädt uns ein, mit Vertrauen zu beten – nicht aus Angst, sondern aus Glauben. Ich möchte ein schönes Gebet von Rabindranath Tagore mit euch teilen, das dies wunderbar ausdrückt: „Lass mich nicht beten, behütet zu sein vor Gefahren, sondern sie furchtlos zu bestehen. Lass mich nicht beten um Stillung meines Schmerzes, sondern um das Herz, das ihn besiegt.“ Laß mich nicht ausschauen nach Bundesgenossen auf dem Schlachtfeld des Lebens, sondern vertrauen auf eigene Kraft. Laß mich nicht in banger Furcht um Rettung flehen, sondern um Ausdauer im Ringen um die Freiheit. Laß nicht zu, daß ich ein Feigling sei, der nur im Erfolg deine Gnade fühlt. sondern laß mich auch in meinem Mislingen das Walten deiner Hand erkennen" (Rabindranath Tagore). So dürfen wir zu Gott kommen – nicht nur mit unseren Bitten um Erl...

26Sonntag, C 28Sept.2025

  26Sonntag,28Sept.2025 Liebe Schwestern und Brüder, das heutige Evangelium stellt uns eine Geschichte vor Augen, die scharf, klar und unbequem ist. Jesus erzählt vom reichen Mann, der in Wohlstand lebt, und vom armen Lazarus, der krank und hungrig vor seiner Tür liegt. Zwei Menschen, so nah beieinander – und doch Welten voneinander getrennt. Der Reiche sieht Lazarus jeden Tag, und doch tut er nichts. Hier liegt der Kern der Schuld, wie es auch William Barclay in seinem Kommentar betont: Der Reiche wird nicht verurteilt, weil er reich ist, sondern weil er nie hingesehen hat . Er hat sich so sehr an Lazarus’ Elend gewöhnt, dass er ihn gar nicht mehr wahrgenommen hat. Lazarus wurde für ihn Teil der Landschaft – jemand, der einfach „dazu gehört“, ohne dass man sich verantwortlich fühlt. Liebe Schwestern und Brüder, darin liegt eine tiefe Warnung: Die größte Gefahr für unser Herz ist nicht die offene Bosheit, sondern die Gleichgültigkeit. Die Sünde des reichen Mannes war das N...

Aug31 22 Sontag C Lk 14,1.7–14

  Predigt zu Lk 14,1.7–14 Liebe Schwestern und Brüder, kennen Sie das noch von früher, wenn man zu einer großen Hochzeit eingeladen war? Da gab es eine lange Tafel, und die Sitzordnung war genau geregelt. „Hier sitzen die Eltern, dort die Onkel und Tanten, vorne die Ehrengäste.“ – Und wehe, jemand hat sich aus Versehen auf einen Platz gesetzt, der nicht für ihn gedacht war! Das konnte schnell peinlich werden. Oder denken Sie an das Pfarrfest: Manche sitzen am liebsten ganz vorne, nahe bei der Kuchentheke – andere lieber hinten, da hat man seine Ruhe und kann alles beobachten. Genau so eine Szene spielt heute im Evangelium. Jesus ist bei einem vornehmen Pharisäer eingeladen. Er beobachtet, wie die Gäste sich um die besten Plätze bemühen. Alle wollen möglichst nah beim Gastgeber sitzen – denn das war ein Zeichen von Ehre und Ansehen. Und da sagt Jesus: „Setz dich lieber nach hinten. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht.“ ...

21. Sonntag C im Jahreskreis (Lk 13,22–30)

  Predigt zum 21. Sonntag im Jahreskreis (Lk 13,22–30) Liebe Schwestern und Brüder, liebe Kinder, Jesus ist heute auf dem Weg nach Jerusalem. Er weiß, dass dort sein schwerster Weg wartet – Kreuz und Tod – aber auch die Auferstehung. Und unterwegs fragt ihn jemand: „Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?“ Eine interessante Frage, nicht wahr? Sie beschäftigt auch uns: Wer kommt zu Gott? Wer darf einmal in den Himmel? Wir denken vielleicht: Nur die Guten? Nur die Frommen? Oder nur die, die ganz viel beten? Doch Jesus antwortet nicht mit einer Zahl. Er sagt nicht „Viele“ oder „Wenige“. Er sagt etwas ganz anderes: „Bemüht euch, durch die enge Tür zu gehen.“ 1. Die enge Tür Was meint Jesus damit? Eine enge Tür bedeutet: Man kann nicht alles mitschleppen. Wer schon einmal mit einem großen Rucksack durch eine schmale Tür wollte, weiß: Da muss man etwas ablegen. Bei Gott ist es genauso: Wir können nicht alles mitnehmen. Nicht unseren Stolz. Nicht unsere Selbstsucht...