21. Sonntag C im Jahreskreis (Lk 13,22–30)

 

Predigt zum 21. Sonntag im Jahreskreis (Lk 13,22–30)

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Kinder,

Jesus ist heute auf dem Weg nach Jerusalem. Er weiß, dass dort sein schwerster Weg wartet – Kreuz und Tod – aber auch die Auferstehung. Und unterwegs fragt ihn jemand: „Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?“

Eine interessante Frage, nicht wahr? Sie beschäftigt auch uns: Wer kommt zu Gott? Wer darf einmal in den Himmel?
Wir denken vielleicht: Nur die Guten? Nur die Frommen? Oder nur die, die ganz viel beten?

Doch Jesus antwortet nicht mit einer Zahl. Er sagt nicht „Viele“ oder „Wenige“. Er sagt etwas ganz anderes: „Bemüht euch, durch die enge Tür zu gehen.“

1. Die enge Tür

Was meint Jesus damit?
Eine enge Tür bedeutet: Man kann nicht alles mitschleppen.
Wer schon einmal mit einem großen Rucksack durch eine schmale Tür wollte, weiß: Da muss man etwas ablegen.
Bei Gott ist es genauso: Wir können nicht alles mitnehmen.
Nicht unseren Stolz. Nicht unsere Selbstsucht. Nicht unseren Neid.

Durch die enge Tür kommt nur, wer frei ist – wer sein Herz frei macht für Gott.

2. Es genügt nicht, nur zu kennen

Jesus sagt auch: „Wir haben mit dir gegessen und getrunken, du hast auf unseren Straßen gelehrt“ – aber das reicht nicht.
Das heißt: Es genügt nicht, Jesus nur äußerlich zu kennen.
Nicht, dass ich getauft bin, aber sonst nichts mit meinem Glauben zu tun habe.
Nicht, dass ich mal in der Kirche war, aber mein Herz kalt bleibt.

Was zählt, ist: Lebe ich mit ihm? Bin ich bereit, ihm nachzufolgen? Versuche ich, gut und liebevoll zu sein?

3. Weite des Himmels

Und dann kommt etwas Überraschendes:
Jesus sagt, dass Menschen von Osten und Westen, von Norden und Süden kommen werden und am Tisch im Reich Gottes sitzen.
Das heißt: Gottes Haus ist groß! Die Tür ist zwar eng – aber dahinter ist viel Platz.
Alle sind eingeladen. Niemand ist ausgeschlossen.
Das macht Hoffnung: Auch wir gehören dazu, auch wir haben einen Platz – wenn wir den Weg mit Jesus gehen.

4. Heute konkret

Liebe Schwestern und Brüder, was heißt das für uns?

·        Vielleicht, dass wir immer wieder prüfen: Was hindert mich, durch die enge Tür zu gehen?
Ist es meine Bequemlichkeit? Mein Egoismus? Meine Gleichgültigkeit?

·        Vielleicht, dass wir lernen, Ballast abzuwerfen – mehr zu vertrauen, mehr zu teilen, mehr zu lieben.

·        Und dass wir wissen: Die Tür ist offen – Jesus selbst ist diese Tür. Durch ihn führt der Weg zum Vater.

Schluss

Die Frage „Sind es nur wenige, die gerettet werden?“ – Jesus dreht sie um: Nicht wie viele, sondern wie lebst du?
Die Tür steht offen. Sie ist schmal, aber nicht zu schmal.
Jeder und jede von uns kann hindurchgehen – wenn wir unser Herz öffnen, auf Gott vertrauen und uns von seiner Liebe leiten lassen.

Amen.

 

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